Die Eulen

Die Hauptfigur der Seelbacher Fasent ist die Eule. Das Häs der Eulennarren ist ein komplettes Federkleid.

Der Umhang besteht aus großen Flugfedern. Dies sind teilweise eingefärbte Putenfedern, aber auch echte Eulenfedern sind darunter zu finden. Vor allem bei älteren Häsern stammen die noch echten Eulenflugfedern aus Falknereien und Vogelwarten und sind heutzutage nur noch schwerlich und in sehr geringen Mengen zu bekommen. Deshalb werden heutzutage auch eingefärbte Putenfedern verwand.

Das Eulenhäs besteht aus vier Teilen: der Hose, der Bluse, der Haube und dem Umhang. Dieser Anzug wird aus braunem Gminderleinen geschneidert. Auf Bluse, Hose und Haube  werden dann Federbänder mit eingefärbten Marabufedern aufgenäht. Beim Umhang werden große Flugfedern verwendet. Die Kiele der großen Flugfedern werden dazu am unteren Ende gekürzt und mit einem Hammer breit geklopft damit sie auf ein Stoffband aufgenäht werden können. Diese Federbänder werden dann im Wechsel mit Flaumfederbänder auf den braunem Gminderleinenumhang aufgenäht.
Eine handgeschnitzte Holzlarve aus der Werkstatt des Elzacher Maskenschnitzers Franz Lang, komplettiert das aufwendige Eulenhäs.

Am Rande von Seelbach sind zwei Burgen zu finden, die Burgruine Hohengeroldseck und Lützelhardt. Das Geschlecht der Geroldsecker prägte die Entwicklung Seelbachs wesentlich. Die Sage erzählt, daß zu dieser Zeit also, im Mittelalter, als das Geschlecht der Geroldsecker seine Glanzzeit hatte, sich die Burgherren einen Aberglaube der Leute zu Nutze machten um Diebe, Wegelagerer und sonstiges Gesindel von den Burgen fernzuhalten, die zu Hauf um die Burgen lagerten und die Wälder unsicher machten.
Die Eule galt zu dieser Zeit als Symbol für Kummer Leid und Elend, ihr Ruf wurde sogar als totverkündend verstanden. So sah man die Eule als ein sehr mystisches, unheilvolles Wesen.

Diesen Aberglauben machten sich die Geroldsecker Herren zu Nutzen. In den Seelbacher Wäldern fingen sie Eulen ein und setzten diese kurzerhand auf die Burgzinnen. Wenn es Nacht wurde, ließen die Eulen ihr schauriges Gejammer vernehmen. Durch die Eulenrufe aufgeschreckt und verängstigt ergriffen die Banditen und Wegelagerer die Flucht.