Die Karbatschenschneller

Nach alter Tradition des Karbatschenschlagens, vor allem im Hegau und dem Bodenseegebiet beheimatet, entstanden in Seelbach die Karbatschenschneller. 

Am Samstag nach Dreikönig wird im Klostergarten die Fasent "eingeschnellt". Dann, beim Narrenbaum erstellen wird die Karbatsche ein weiteres Mal geschwungen. Ein weiteres Mal treten die Schneller dann am Morgen des Fasentsonntag in Erscheinung.

Dieses sogenannte „Schnellen“ bedarf einer ganz besonderen Technik. Dabei schwingt der sogenannte „Schneller“ die Karbatsche kreisförmig über dem Kopf in eine Richtung und dreht dabei seinen Körper mit in die Richtung der Drehung. Dann wird mit viel Schwung und Körpereinsatz die Karbatsche in die entgegen gesetzte Richtung gezogen. Dieses „Zurückziehen“ wird gleich in der anderen Richtung wiederholt und der Bewegungsablauf beginnt von neuem. Der am äußeren Ende eingeflochtene Bändel durchbricht hierbei jedes Mal die Schallmauer und hinterlässt somit den typischen Peitschenknall. Dieser Bewegungsablauf beschreibt in etwa eine Acht über dem Kopf des Schnellers. Die eigentliche Kunst beim schnellen besteht darin, durch eine ausgefeilte Technik die Karbatsche mit wenig Kraft zu bewegen und einen möglichst lauten Knall herbeizuführen.

Die Karbatschen werden aus Hanf gefertigt. Dazu werden aus Hanf Seile gesponnen. Diese werden dann so ineinander  geflochten, dass sie sich immer mehr verdünnen. Am Stil ist sie demnach dick und am Ende wird sie immer dünner. Am dünnen Ende wird ein weißer Nylon- oder Seidenbändel (Zwick) eingeflochten. Genau dieser bedingt den lauten Peitschenknall. Denn durch eine dem Schwung entgegen gesetzte Bewegung, bei der das Endstück mit dem Bändel auf enorme Geschwindigkeit beschleunigt wird, was sich mit dem durchbrechen der Schallmauer eines Düsenjets vergleichen lässt, entsteht dieser typische Peitschenknall.