Geschichte

Namenspatronin für den Markt, der alljährlich am Totensonntag und dem darauffolgenden Montag in Seelbach stattfindet,  ist die heilige Katharina, die etwa 310 n.Chr. in Alexandrien gelebt haben soll. Der Legende nach soll die junge und gebildete Katharina während einer Christenverfolgung in einem Glaubens-Disput fünfzig Philosophen widerstanden haben. Daraufhin habe sie der Kaiser rädern und enthaupten lassen. Ihr Jahrestag ist der 25. November. Mit dem Katharinentag begann im Mittelalter die Zeit des Advents. 

Bereits am Vorabend des eigentlichen Markttages erinnern die Seelbacher in einem historischen Schauspiel in den Außenanlagen des ehemaligen Klostergebäudes im Ortskern an die Verleihung des Marktrechts 1455.

Bis den Seelbachern nämlich das Recht eingeräumt wurde, in ihrem Ort Märkte abhalten zu dürfen, gingen einige Fehden und Erbhändel der höchst kaiserlichen Marktverleihung voraus. Damals herrschte Diebold von Hohengeroldseck, der im Freilichtstück als Hinterwäldler dargestellt wird, der weder dem Auge noch der Nase schmeichelte und der seinen Untertanen verbot, die Märkte der Lahrer zu besuchen, jedoch immer wieder ohne Genehmigung Märkte in Seelbach abhalten ließ. Erst 1455 erhörte Kaiser Friedrich III. die Bitten des Herrn Diebold und verlieh Seelbach das Marktrecht. Mit diesem am 27. August 1455 von Kaiser Friedrich III. in Neustadt bei Wien unterzeichneten Marktbrief wurde Seelbach offiziell zum Marktflecken erhoben.

Beim „historischen Auftakt“ am Samstagabend ab 18:45 Uhr wird in einem Freilichtspiel die Situation jener Zeit um 1455 dargestellt. Und weil es beim Katharinenmarkt immer wieder um die Wurst, nämlich um die Katharinenwurst geht, wird dieses Bild auch im Schauspiel aufgegriffen. Die Überlieferung der Geschichte besagt, dass die Kriegsknechte der Geroldsecker Burgherren nach einer Missernte den Zehnten von den Seelbacher Bauern forderten. Junge Burschen des Schuttertals, die sich gegen diese Forderung auflehnten, wurden gefangen genommen und eingesperrt. Allein eine 17 Ellen lange Wurst – für jeden Gefangenen eine Elle – sorgte dafür, dass die Seelbacher ihre Burschen wieder freikaufen konnten.

Nach dem Spektakel im Klostergarten haben zahlreiche Buden und gemütliche Lauben geöffnet, in denen sich die Betreiber um das leibliche Wohl der Gäste kümmern.

Am Sonntag, beginnt um 10.00 Uhr der eigentliche Markt. Seelbach wird dann für zwei Tage zu einem Handels- und Krämerplatz mit einem bunten Jahrmarkt.
 
Alle zwei Jahre organisieren Lehrer und Schüler des Kooperativen Bildungszentrums dankenswerter Weise einen Umzug, bei dem in zeitgenössischen Kostümen an die Verleihung der Urkunde erinnert wird. Seit Jahren beteiligen sich dabei auch Schüler der Partnerschule Rosheim im Elsass am Umzug und den nachfolgenden Darbietungen. Dabei wird die 17 "Ellen lange" Katharinenwurst bis zum Bürgerhaus getragen, wo im Anschluss an den historischen Umzug das traditionelle Katharinenwurstessen stattfindet.